Studiengänge

Licence de droit

Zertifikat Studien des deutschen und französischen Rechts

Der Auftrag des CJFA ist die gemeinsame Ausbildung von französisch- und deutschsprachigen Studierenden, die im Rahmen eines dreijährigen Studiums Kenntnisse im Recht des jeweiligen Nachbarlandes erwerben möchten.

Die ersten beiden Studienjahre der Licence finden dabei an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken statt. Das Dritte Studienjahr wird an einer französischen Partneruniversität absolviert.

Es gibt mehrere Wege um ein Studium am CJFA zu beginnen:

1. Einschreibung in den integrierten dreijährigen Studiengang, der in Partnerschaft mit der Université de Lorraine und der Université de Strasbourg entwickelt wurde (jeweils Variante A und Variante B). Der integrierte Studiengang in Kooperation mit der Université de Lorraine wird von der deutsch-französischen Hochschule mit einem monatlichen Fördergeld bezuschusst.

2. Ein Austauschprogramm mit der Université Paris II (Variante A)

3. Ein unabhängiges Studienprogramm (Variante C). Die Studierenden dieser Variante entschließen sich, die ersten beiden Jahre des deutschen und französischen Rechts am CJFA der Universität des Saarlandes zu absolvieren. Nach den ersten beiden Jahren und dem Erwerb von 120 ECTS-Punkten können sie ihr Studium an einer französischen Universität ihrer Wahl fortsetzen.

Die Studierenden des integrierten dreijährigen Studiengangs (CJFA/Université de Lorraine oder CJFA/Université de Strasbourg) können neben ihrer Licence außerdem ein Zertifikat Studien des deutschen und französischen Rechts erwerben.

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Die Licence de droit

1) Die verschiedenen Studienvarianten

Die Variante A

Die Variante A richtet sich an Studierende, die in erster Linie einen französischen berufsqualfizierenden Abschluss anstreben. Die Variante sieht vor, dass die Studierenden die matières fondamentales (entspricht ungefähr dem deutschen Hauptstudium) abschließen und damit auf die verschiedenen französischen Concours vorbereitet werden und gleichzeitig Grundkenntnisse im deutschen Recht erwerben.

Die Variante B

Die Variante B ist an Studierende gerichtet, die vorwiegend einen deutschen Abschluss gem. § 5 Abs. 1 DRiG (Befähigung zum Richteramt) anstreben und die zudem vertiefte Kenntnisse im französischen Recht erwerben möchten. Die Studierenden können ihr Studium der Rechtswissenschaft an der Universität des Saarlandes bestreiten und gleichzeitig (d. h. ab dem ersten Semester) einen Abschluss im französischen Recht erwerben, der gemeinsam vom CJFA und der Université Paul Verlaine de Metz vergeben wird. Die Variante B folgt der deutschen Lehrmethode und richtet sich daher vor allem an deutsche Abiturienten.

Die Variante C

Die zum Studienjahr 2013 eingeführte Variante C folgt dem Studienprogramm der Variante A und unterscheidet sich von dieser lediglich durch die Einschreibung welche nach den Voraussetzungen der Variante B erfolgt.

2) Organisation und Studienverlauf

Die ersten beiden Studienjahre (L1 und L2) finden für alle Varianten auf Basis eines gemeinsamen, theoretischen und praktischen Lehrplans statt. Die Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften finden in insgesamt 250 Semesterstunden statt (hierbei sind zusätzliche, nur die Studierenden der deutschen Rechtswissenschaften zur Vorbereitung des 1. Staatsexamens betreffende Vorlesungen nicht mit einberechnet). Das Stundenpensum des dritten Jahres der Licence (L3) ist abhängig von der jeweiligen Partneruniversität.

Die für beide Varianten gemeinsamen französischen Fächer in L1 und L2 umfassen nicht nur die klassischen Hauptfächer im französischen Zivilrecht (Schuldrecht und Familienrecht) und im französischen öffentlichen Recht (Verfassungsrecht und allgemeines Verwaltungsrecht) sondern auch interessante Ergänzungsfächer (Rechtsgeschichte, internationale Beziehungen, Sachenrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht, Politikwissenschaften und eine Einführung in das Wirtschaftsrecht).

Die gemeinsamen Fächer im deutschen Recht umfassen in L1 und L2: Bürgerliches Vermögensrecht, Strafrecht I, Staatsrecht I, II und III, Sachen- und Bereicherungsrecht, strafrechtliches Sanktionssystem.

Neben diesen für alle Studierenden gemeinsamen Fächern gibt es zusätzlich:

– für die Variante A relevante Ergänzungsfächer für die französische juristische Ausbildung
– für die Variante B weitere, zum Erhalt der ersten juristischen Staatsprüfung erforderliche Fächer

-> Tabelle des Studenpensums der Variante A und C 

-> Tabelle mit dem Studenpensum der Variante B

Sem. 1 UFD 11  UFD 12 UFD 13 UEO 11 UEO 12  UFT 10
Sem. 2 UFD 21 UFD 22 UFD 23  UEO 21  UEO 22  UFT 20
Sem. 3 UFD 31 UFD 32  UFD 33  UEO 31 UEO 32  UFT 30
Sem. 4 UFD 41 UFD 42 UFD 43 UEO 41 UFT 40 UEL 40

Zertifikat Studien des deutschen und französischen Rechts (ZSDFR)

Die Studierenden der Variante A und B der Université de Lorraine / CJFA oder Université de Strasbourg / CJFA können neben der Licence nach drei Studienjahren ein “Zertifikat Studien des deutschen und französische Rechts”, verliehen von der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes erwerben.

Dieses Zertifikat stützt sich auf die Fächer und erworbenen Noten der Licence de droit und wurde in Kooperation mit den jeweiligen Partneruniversitäten und der Universität des Saarlandes erstellt. Das Zertifikat umfasst im Übrigen ein gemeinsames Seminar zur Einführung in das juristische Denken und Arbeiten zu Studienbeginn, sowie ein rechtsvergleichendes Seminar zum Abschluss des Studiums (6. Semester).

Die Gewichtung der in den Prüfungen erhaltenen Noten weicht allerdings im Zertifikat der Gewichtung im Rahmen der Licence ab, auch wenn es die selben Prüfungen sind: Im Zertifikat gibt es im Gegenteil zur Licence keine stärkere Gewichtung der französischen Fächer – alle Fächer haben das selbe Gewicht. Das hat zur Folge, dass der Erhalt des Zertifikats nicht an den Erhalt der Licence gebunden ist. Die im Rahmen der Licence erhaltenen Notendurchschnitte werden sich somit aufgrund der unterschiedlichen Gewichtung zwangsläufig von denen des Zertifikats unterscheiden. Die französischen Noten werden außerdem in deutsche Noten umgerechnet, da der Notenschnitt des Zertifikats dem deutschen Benotungssystem folgt.

Im dritten Studienjahr haben die Studenten der Variante B für die deutschen Fächer des Zertifikats eine Wahlmöglichkeit: Sie können diese mit den französischen Studierenden in Metz oder Straßburg absolvieren oder sich die im Rahmen des rechtswissenschaftlichen Studiums erworbenen Leistungen anrechnen lassen.

-> Tabelle der Fächer für das ZSDFR